Unser Vereinsjubiläum 2008
Unser Vereinsjubiläum ... mit der längsten Kaffeetafel an der Schwagerstraße ...
Über 250 Vereinsmitglieder, Freunde, Förderer, Spender und Interessierte begegneten sich am Sonntag, den 24. August 2008, an einer 51 Meter langen Kaffeetafel auf der Schwagerstraße vor dem CVJM-Haus. Die Straße wurde dafür ein paar Stunden gesperrt. Die Sammeltassen und bunten Gartenblumen in den Suppenterrinen glänzten auf der Kaffeetafel. Der Himmel öffenete sich für ein paar Stunden und ließ die Sonne durch die Wolken blinzeln. Das sorgte für gute Laune und das Vereinsfest konnte unter freiem Himmel stattfinden.
Rund 45 Torten und Kuchen - gespendet von Mitgliedern und Freunden - und jede Menge Kaffee und Tee waren die Grundlage für ausführliche Begegnungen und Klön an der Kaffeetafel. Ein Quiz mit Fragen zur Vereinsgeschichte und ein Kinderprogramm sorgten für Unterhaltung. Der in großer Anzahl vertretene Posaunenchor rundete den Festnachmittag mit zahlreichen Musikstücken aus seinem großen Repertoire ab. Pfarrer Lars Prüßner überbrachte Grüße unserer Kirchengemeinde und Pfarrer Bernhard Silaschi gratulierte für den Evangelischen Posaunendienst in Deutschland (EPiD). In Erinnerung bleibt ein Bild von jungen und alten Mitgliedern und Gästen, die sich im CVJM für christlich-visionäre Jugendarbeit seit 1838 begeistern und einsetzen.
Begrüßung an der längsten Kaffeetafel ... CVJM-Vorsitzende Mechthild Schmidt

170 Jahre CVJM und 165 Jahre CVJM Posaunenchor in Jöllenbeck: Es war unser Traum, diese beiden Geburtstage auf der Straße zu feiern, um damit zu zeigen, der CVJM ist nicht von gestern. Wir sind nicht abgeschottet im christlichen Quartier Schwagerstraße. Gott beschenkt uns heute mit gutem Wetter, somit geht unser Traum in Erfüllung.

Wir können öffentlich feiern, mitten im Ort, auf der Straße, unter freiem Himmel, als wenn wir „kein Zuhause“ hätten. Ich darf euch alle sehr herzlich willkommen heißen. Wir sind heute so viele: Alte und Junge, Mitglieder und Gäste, Freunde und Förderer und unsere Nachbarn an der Schwagerstraße.

Auf der Straße aktiv zu sein, ist für unsere Bläserinnen und Bläser nichts Ungewöhnliches. Fast jeden Sonntag nach dem Gottesdienst sind sie mit ihren Posaunen und Trompeten im Dorf unterwegs, um Menschen mit ihrem Geburtstagsblasen Freude zu machen. Dabei weisen sie auch auf den hin, dem wir es zu verdanken haben, dass es den CVJM bis heute im Jahr 2008 gibt.

In allen Generationen bis auf den heutigen Tag gibt es junge Menschen, Frauen und Männer aus der Eltern- und Großelterngeneration, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren und damit Verantwortung zu übernehmen für die Zukunft unseres CVJM. Oft ist es die persönliche Konsequenz davon, dass man verstanden hat, was der persönliche Glaube bedeutet, nämlich Jesus Christus nachfolgen und sein Evangelium weiterzugeben. Diese Bewegung gibt es in Jöllenbeck seit 1838, seit 170 Jahren! Das hat wirklich mit Gott und seinem Wort zu tun. Es setzt in Bewegung und macht mobil. Es entzieht sich menschlicher Machbarkeit. So bleiben wir auf das Wirken des Geistes Gottes und sein Segnen angewiesen.

Da kann man nur staunen, sich freuen und danken. Danken darf ich allen für’s Kuchenbacken und Mitgestalten, für die Gartenblumenspenden und Sammeltassen und viele andere Hilfe. Alle diese Symbole zeigen etwas vom Gestern im Heute. Möge Gott unserem „in die Jahre gekommenen“ und zugleich aktuellem wie quicklebendigen CVJM mit seinem Posaunenchor und damit uns allen durch sein wirksames Wort weiter eine gesegnete Zukunft schenken. Da kann man nur loben mit dem bekannten Lied, das wir nun singen werden: „Groß ist unser Gott, Herr der Ewigkeit …“
Neue Westfälische Nr. 173 - 26./27.07.2008
Grusswort der Evang. Kirchengemeinde Jöllenbeck - Pfarrer Lars Prüßner

Sehr gerne überbringe ich die herzlichsten Glück- und Segenswünsche aus dem Kreis der Pfarrkollegen und dem Presbyterium zu diesem doch erstaunlichen Jubiläum. Anlässlich dieses Festtages habt Ihr die längste Kaffeetafel – zwar nicht der Welt, aber wohl von Jöllenbeck gedeckt (errechnet habe ich bei ca. 160 Gästen eine Länge von etwa 60 Metern). So eine Kaffeetafel birgt immer die Einladung, sich dazu zu setzen, gemeinsam zu speisen, einander kennen zu lernen, sich’s wohl gehen zulassen, eben: ein Stück des eigenen Lebens miteinander zu teilen und so auf geheimnisvolle Weise reich zu werden. Zugleich erfährst du dabei für eine Zeit – live und in Farbe – dass du ein Zuhause hast.

Das Leben und Wirken unseres CVJM und unseres Posaunenchores möchte ich mit solch einer reich gedeckten Kaffeetafel vergleichen und beziehe mich dabei auf die Gleichnisse von Jesus, wo er das Reich Gottes mit einem großen Fest an einem gemeinsamen Tisch vergleicht. So tut Ihr es, wie jene Diener, die der Herr in diesem Gleichnis aussandte, um zu seinem Fest einzuladen.

Mit viel Phantasie und großem Engagement ladet Ihr ein. Ihr geht den Leuten nach, Ihr streift gewissermaßen durch unseren Ort, geht bis zu den Hecken und Zäunen. Das mit den Hecken und Zäunen sieht man besonders in der Offenen Arbeit mit Jugendlichen. Und ich entdecke es auch in Eurem Bläser-Starter-Projekt: Da spielen jetzt junge Leute im Posaunenchor, die sich vorher wohl nie hätten träumen lassen, mal so eine Kanne zum Munde zu führen. Bei den „Blues-Brothers“ (Bekannter Kino-Film von 1980) sagen Jake und Ellwood allen Schwierigkeiten zum Trotz unbeirrbar:

„Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs!“ Genau das seid Ihr – nicht nur am an eine Kaffeetafel, sondern um zu Jesus Christus einzuladen. Und der Posaunenchor spielt die Tischmusik dazu? In diesem alten „Jünglingsboten“ von 1881steht nichts von Tischmusik, stattdessen lesen wir da folgendes: „Wie und wozu werden die Posaunen verwendet? …zum Bau des Reiches Gottes“. Der Posaunenchor ist selber Einladung: unserem Gott zu vertrauen, sich an ihm zu freuen, sich von ihm trösten zulassen und mitzufeiern, dass Christus zum Leben einlädt.
Und das Großartige daran: Gerade in Eurem Dienst sitzt Ihr CVJMer, Ihr Bläser zugleich mit uns am Tisch, könnt selber an Christus satt werden und mitfeiern. So beginnt der Vorgeschmack des Reiches Gottes in Eurem Dienst, liebe CVJMer, liebe Bläserinnen und Bläser. Der Vorgeschmack des Reiches Gottes - ich finde: er schmeckt unglaublich gut.

Darum: Für Euren Dienst auch weiterhin, für die Kraft, die er unserem Glauben gibt, für unser Leben als Christenleute in dieser Gemeinde auch nach dieser wunderbaren Kaffeetafel ein biblisches Grußwort aus dem 34. Psalm: “Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist! Der kann sich glücklich schätzen, der ihm vertraut.“ (Psalm 34, 9)


Neue Westfälische Nr. 198 - 25.08.2008

Neue Westfälische Nr. 163 - 15. Juli 2008
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